Beim Zahnarzt - ohne Narkose
- evelyne967
- 29. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Hier waren wir nun also: beim Zahnarzt.
Während zwei Monaten hat sich meine Klientin mittels Hypnose auf diesen ganz besonderen Tag vorbereitet. Das Ziel war es, den Weisheitszahn ohne Narkose zu ziehen. Und was soll ich sagen: Sie hat es geschafft - wir haben es geschafft und wir sind beide mächtig stolz darauf.
Kürzlich durfte ich meine Klientin dann also zum zahnchirurgischen Eingriff begleiten, der die enorme Kraft unseres Unterbewusstsein eindrucksvoll - und einmal mehr - unter Beweis stellte: Die Extraktion eines Weisheitszahns rein durch Hypnoanästhesie – komplett ohne chemische Betäubung. Durch eine tiefenwirksame Tranceinduktion wurde das Schmerzzentrum im Gehirn so reguliert und trainiert, dass der Zahnarzt den Eingriff ohne Betäubung durchführen konnte.
Wie ist das möglich? Lange Zeit dachte man, Hypnose sei nur eine psychologische Ablenkung. Dank moderner bildgebender Verfahren (wie fMRT und EEG, siehe auch unter der Rubrik "Und zum Schluss" meinen Beitrag zur Wissenschaft) wissen wir heute, dass bei einer Hypnoanalgesie messbare Veränderungen im Gehirn stattfinden. Es ist also möglich, das Schmerzzentrum mit Hypnose zu beeinträchtigen. Es ist keine Zauberei, sondern hat damit zu tun, wie dein Gehirn Schmerz verarbeitet. Um zu verstehen, warum eine Zahn-Operation ohne chemische Betäubung überhaupt möglich ist, müssen wir einen kurzen Blick in unser Gehirn werfen. Schmerz entsteht nämlich im Kopf – und zwar in zwei Schritten:
Schritt 1: Die Sachinformation („Da passiert was“)
Wenn der Zahnarzt arbeitet, senden die Nerven ein Signal an die Grosshirnrinde. Das ist reine Information. Das Gehirn registriert erst einmal nur ganz neutral: „Achtung, am Zahn wird gerade Gewebe bewegt.“
Schritt 2: Die emotionale Bewertung („Das tut weh!“)
Erst danach wird dieses Signal im sogenannten limbischen System (unserem Gefühlszentrum) bewertet. Dort entsteht die emotionale Reaktion: „Das ist gefährlich, das tut weh!“ Durch diese Bewertung spüren wir den eigentlichen, quälenden Schmerz und der Körper schüttet Stresshormone aus.
Doch wie regelt das die Hypnose? Man kann sich das vorstellen wie ein Türsteher, der das Schmerzsignal zwar ins Haus lässt, ihm aber den Weg in den emotionalen „VIP-Bereich“ versperrt. Das Signal kommt im Gehirn an, aber die Bewertung „Das tut weh“ findet einfach nicht statt.
Gleichzeitig sendet das Gehirn Signale über das Rückenmark nach unten zu den Nerven. Es blockiert die Schmerzrezeptoren von oben herab – ganz ähnlich wie ein körpereigenes, hochwirksames Schmerzmittel (Endorphin).
Meine Klientin benötigte keine Schmerzmittel nach dem Eingriff Die neurophysiologischen Prozesse, die wir durch Hypnose aktivieren, wirken weit über den eigentlichen Eingriff hinaus. Sie sind wie ein körpereigener Turbo für die Regeneration. Das bedeutet, dass meine Klientin nach der Operation gänzlich auf Schmerzmittel verzichten konnte und - wie das Bild beweist - auch keine "Backe" hatte. Mit der Auflösung der Hypnose wich auch sofort das betäubte Gefühl in ihrer Backe und im Bereich der Zunge. Das Bild, welche du hier siehst, ist wenige Minuten nach dem Eingriff entstanden.
Hypnose kann sehr vieles: sie wirkt auf Ebenen und in Zentren, wo man sonst nur mit Medikamenten etwas erreichen kann. Somit ist es möglich - und wird bereits durchgeführt - dass andere Eingriffe ebenfalls durch die Hypnose begleitet werden können. Doch wo ist dabei dein Vorteil? Vielleicht denkst du: "Das ist ja schön und gut aber Spritze und Schmerzmittel gehen einfacher". Nun gut: Hypnose hat aber keine Nebenwirkungen und löst keine Allergien aus. Es bleibt auch nichts im Körper zurück, das dein Körper wieder abbauen muss und der Heilungsprozess kann schneller voranschreiten. Die Schulmedizin schenkt uns wunderbare Möglichkeiten, Schmerzen schnell zu lindern. Doch anstatt den Körper mit Medikamenten wie Paracetamol zu belasten, die nach ein paar Stunden wieder abgebaut werden müssen, können wir einen noch klügeren Weg wählen: Hypnose. Sie aktiviert die körpereigene Apotheke direkt im Gehirn. Dein Körper ist in der Lage, sein eigenes "Schmerzmittel" zu produzieren.
Ein weiterer Vorteil ist es zudem, dass du die Hypnose - einmal gelernt - in anderen Bereichen deines Lebens anwenden kannst. Du benötigst sofort ein ruhiges Nervensystem? Wunderbar, du weisst nun wie es funktioniert. Du möchtest einen Schmerz lindern? Perfekt, du weisst wie es geht (Achtung, Schmerzen aber immer abklären lassen).
Hypnose ist ein Gamechanger und vielseitig anwendbar. Sie belastet nicht deinen Körper, sondern entlastet und tut ganz einfach das, was sie tun muss.





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